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Goran bei der OECD Konferenz

Digitalisierung, FinTech, Disruption – die aktuelle Debatte im Banken- und Finanzbildungsbereich ist vor allem durch eines geprägt: Schlagwörter. Und alle meinen sie eigentlich dasselbe: Veränderung. Unter diesen Schlagwörtern der Veränderung stand auch die diesjährige OECD „International Conference on Financial Education“ in Kapstadt.

Die OECD leistet mit ihren jährlichen Treffen einen wichtigen Beitrag zur Vernetzung der internationalen Vorreiter_innen im Bereich der Finanzbildung. Die Mehrheit der Vertreter_innen sind allerdings staatliche Einrichtungen. Daher wäre gerade die Perspektive von privaten Vereinen und Initiativen, abseits von langwieriger Bürokratie, hilfreich und notwendig. Umso wichtiger, dass Three Coins, als eine der wenigen privaten Initiativen, teilnehmen und andere Blickwinkel einbringen kann.

An diesen zwei intensiven Tagen wurde viel präsentiert. Herausgreifen möchte ich jedoch zwei der vorgestellten und diskutierten Best Practice-Beispiele, die gut veranschaulichen, welche große soziale Wirkung auf systemischer Ebene möglich ist. So hat beispielsweise das russische Finanzministerium mit einem spezifisch entwickelten Projekt (www.vashyfinancy.ru) rund 13 Millionen Schüler_innen mit Lernmaterial versorgt und 30.000 Lehrer_innen fortgebildet. Die Niederlande stellten mit „Money Wise“ (www.wijzeringeldzaken.nl) eine eigene staatliche Finanzbildungsagentur vor, die ebenfalls direkt in Schulen ansetzt und eine halbe Million Schüler_innen jährlich erreicht.

Grundsätzlich war es schön zu beobachten, dass zahlreiche Staaten die negativen Folgen von mangelnder Finanzkompetenz ernst nehmen und staatliche Einrichtungen wie Financial Planning Institutes, Financial Consumer Agencies, Kompetenzzentren bis hin zu separaten Schulbildungsstrategien etablieren. Die Förderung und Forderung von mehr Finanzkompetenz sehen sie als klaren Auftrag und nehmen sich entsprechend in die Verantwortung.

Klarerweise sind diese staatlichen Maßnahmen effektiv, breitenwirksam und sehr zu begrüßen. Doch sind sie aufgrund der zentralen Steuerung und bürokratischer Prozesse nicht immer anpassungsfähig genug und vernachlässigen womöglich wichtige Impulse aus Gesellschaft und Wirtschaft. Keiner kennt die neuen Herausforderungen und Entwicklungen besser als jene, die sie direkt zu spüren bekommen: Kinder, Jugendliche, Jugendarbeiter_innen, Finanzberater_innen, Lehrkräfte oder Schuldenberater_innen. Für eine tiefe soziale Wirkung ist Zusammenarbeit mit diesen Gruppen daher essenziell – denn gute Finanzbildung lebt von einem intensiven Dialog. Nur unter der Einbindung aller Stakeholder – privater wie öffentlicher – kann die Bevölkerung in all ihren Facetten abgeholt und die größte Wirkung erzielt werden – angefangen bei den Jüngsten in den Schulen über frischgebackene Eltern bis hin zu unseren Pensionist_innen.

Angesichts der internationalen Beispiele kann man vor allem eines erkennen: In Österreich fehlt es an einer gesamtösterreichischen Strategie unter Einbindung relevanter Stakeholder.  Wenn Österreich zu Vorreitern aufschließen möchte, ist gerade das nötiger denn je. Und genau hier setzen wir als Three Coins an. Wir gehen Kooperationen mit diversen Stakeholdern – seien das Sozialpartner, Konzerne, Jugendzentren oder Schulen – ein und arbeiten gemeinsam daran, Menschen in ihren unterschiedlichen Lebensphasen zielgruppenspezifisch anzusprechen und finanzkompetenter zu machen. Denn nur zusammen können wir allen ein und freies Leben ganz ohne Geldsorgen ermöglichen.

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